Oh, war das ein geiler Rückflug. Ein Hoch auf Singapore Airlines. Endlich Bildschirme in vernünftiger Größe, mit Steckdose und USB-Anschluss. Sogar mit Tastatur und StarOffice (lahm wie sonstwas, aber immerhin
). Daher war ich so mit der Technik beschäftigt, dass mich gar nicht störte, dass wir heftige Turbulenzen hatten. Merke: Spaß an Technik > Flugangst. Zudem war die Maschine nicht ausgebucht und wir hatten so insgesamt 8 Sitze für uns beide. 6 davon haben wir selbst genutzt und 2 unseren stoffigen Mitreisenden gegeben. Soll ja nichts ungenutzt bleiben.

Nachdem wir in Frankfurt abgeholt und über Nacht untergebracht worden sind (Danke Nureeni!) kam der härteste Teil der Reise. Mag man um die halbe Welt bequem reisen, die Bahn schafft es immer Spannungsmomente mit angeblichen- und echten Verzögerungen und Sprints zu Anschlusszügen zu erzeugen.
So, aber nun sind wir angekommen und werden von Katjas Eltern mit lecker Essen umsorgt. Und wie das Gefühl ist wieder zurück zu sein? Seltsam. Eigentlich sind es knapp 1,5 Jahre, aber sie fühlen sich wie eine Woche an. Wie Seb das in seinem Rückkehrbericht zutreffend schrieb, es ist so, als ob man ein Abspielgerät auf Pause gelassen hätte und nach der Rückkehr auf Play drückt.
Eigentlich, denn tatsächlich merkt man, dass man die Umwelt anders wahr nimmt. Diese Lebensabschnittswechsel helfen viel sich selbst zu verstehen. Und Dinge sowie Menschen die einem wichtig sind, sind nun auch klarer vor den Augen. So, als ob das Gehirn Zeit hatte einiges dank Abstand zu sortieren. Furchtbar, diese Selbstreflektion. Ich muss aufpassen, nicht zuviel davon zu betreiben, um meine Midlife Crisis nicht zu gefährden. Die setzt ja voraus, dass man sich nicht mit dem eigenem Leben auseinandersetzt. Und ohne Midlife Crisis werde ich wohl auch keinen Sportwagen kaufen. Mist.
Auch die Welt um einen herum ist anders. Die Luft ist dichter (zumindest hier im Emsland) und das Licht weniger intensiv. Man bin ich froh, nicht den ganzen Winter hinter einem Grauschleier verbracht zu haben.
Erst jetzt wird mir klar, wie sonniger unser Gemüt dank der Umgebung wurde. Wenn man mir früher gesagt hätte, dass ich eine Wohnung mit Flöhen, winddurchlässigen Fenstern und ohne Steckdosen im Bad ertragen würde, ich hätte es nicht geglaubt. Aber mit Sonnenschein und Strand in der Nähe sieht man über einiges hinweg.
Die Leute nehmen wir ebenfalls anders wahr. Neuseeländer sind unter dem Strich nicht besser oder freundlicher. Aber an den freundlichen Umgangston kann man sich schnell gewöhnen. Jetzt verstehe ich, warum vielen Ausländern die knappe und direkte deutsche Art so abgehackt und rauh vorkommt. Der Unwille wird hier halt mit “nein” und nicht “Let me see, I’m a bit reluctand on it, but well, maybe.” Anderseits weiß man hier sofort woran man ist. Hat alles seine vor und Nachteile.

Jetzt heißt es erstmal entspannen. Das bedeutet bei Katja Twilight Bücher vorm Kamin lesen (nachdem sie den Film 5 Mal im Flugzeug geguckt hat) und für mich stundenlang Computer Spiele nachholen (Left4Dead und Fallout 3). Wie es im Blog und sonst weiter geht, schreiben wir bald. Und solange warten wir auf den Frühling! Obwohl das Wetter und der Rauhreif auf dem Rasen zu unserem Empfinden im Herbst zu sein sehr gut passen.