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Unser Treppenhaus brennt …

11. November 2009 von thomas

2:30 Im Treppenhaus riecht es seltsam nach einer Art verbranntem Korn, wie bei diesen Heizsäcken, die man in die Mikrowelle legt. Katja meint es riecht nach toten Menschen und einem Bettschwelbrand. Sie muss es wissen, schließlich war sie mal die Brandschutzbeauftragte beim Handelsblatt. Da sind bestimmt ständig Menschen in ihren Betten verbrannt…

3:00 Und es ist 3 Uhr. Zu dieser Zeit ist es irgendwie blöd zu klingeln. Ich meine, irgendwie unhöflich, auch wenn das Bett dort brennt. Hinterher war es doch ein Kornsack. Aber der Geruch wird nicht besser. Trotz offener Fenster. Wir haben schon die 2. Etage lokalisiert.

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3:05 Wir sammeln die wichtigen Dinge auf einer Stelle, falls wir schnell flüchten müssen.

berlin_treppenhaus_feuer_retten

3:07 Wir können auch nicht ins Bett gehen. Wir werden abwechselnd Wache halten.

3:48 Katja sprüht das Treppenhaus mit Duftzeug ein. Die müssen Ihr aber auch die besten Kniffe bei dieser Brandschutzbeauftragtenausbildung beigebracht haben.

3:55 Es reicht, wir gehen schlafen. Langsam müssten die ersten ja aufstehen und was dagegen tun. Bäcker, Hühner, Feuerwehrleute. Man kann ja nicht für alle aufpassen.

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Fürs Gefühl: The toten Crackhuren im Kofferraum

4. November 2009 von thomas

Wie schon in Auckland mit “Quick and the Dead” habe ich mir auch in Berlin eine Lieblingsband zugelegt, die für mich das Gefühl der neuen Stadt repräsentiert. Und wo es im Kiwiland psychodelisch angehauchte handfeste Gitarrenmusik mit britischen Einflüssen war (was Neuseeland gut umschreibt) ist es in Berlin wild-trashiger Elektrospaß. So eine Musikwahl ist sehr wichtig, denn immerhin wird sie für immer mit den Erinnerungen an die Stadt verbunden bleiben.

Die Crackhuren muss man sich wie den Abschlussjahrgang eines Mädchengymnasiums vorstellen, der versucht mit Bier von Speed runter zu kommen. Sie boten chaotische Unterhaltung und bescherten mir sehr viele seltsame bis verängstigte Blicke in der U-Bahn. Erst zu Hause habe ich entdeckt, dass in deren Wasserpistolen wohl rote Farbe und kein Wasser war. Also sind die Crackhuren auf dem besten Weg Gwar Berlins zu werden. ;)

Hier ein Mitschnitt vom Konzert mit ihrem Ponyhit am Ende, damit Ihr wisst wie sich meine Berlingefühle anhören:

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(Apropos anhören. Wo jetzt die Videoqualität von Cameras klasse ist, wie wäre es mal mit Mikrophonbüchsen?)

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Capture the Flag – Lauf Thomas, lauf!

31. August 2009 von thomas

Ich hätte doch an dem Marathon letztes Wochenende teilnehmen sollen.

Freitag habe ich mich auf die Suche nach einem Club mit anständiger Gitarrenmusik begeben und bin ca. 4 Stunden durchs nächtliche Berlin gelaufen. Nur gut, dass ich von einem gebürtigen Berliner geleitet wurde. Nö, der kannte sich nicht besser aus, aber wir konnten uns dann das Verzweiflungstaxi teilen. ;)

wegberlinrene

Und gestern habe ich Capture the Flag-Spiel mitten in der Stadt gespielt.

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Das Spiel wurde von der Piratesparty (nicht mit der Piratenpartei verwechseln) initiiert, deren Ziel der Spaß im öffentlichen Raum ist. “Reclaim the streets” und so weiter. Das mit der Inbesitznahme der Straße stimmte wirklich, denn das Spiel fand Mitten in Berlin zwischen Cafes, Einkaufspassagen und Flaniermeilen am Potsdamer Platz statt. Und gerade das machte sein Reiz aus.

Dort unterteilten wir den Platz in zwei Zonen und versuchten mit zwei Teams jeweils die Fahne der anderen zu schnappen und sie in die eigene Zone zu bringen. Wurde man im “Feindesland” abgeklatscht, musste man wieder in sein Gebiet zurück.

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Das Schönste an dem Spiel war die Interaktion mit der Umgebung. Zum Beispiel konnte man in Menschengruppen untertauchen und so an die feindliche Fahne ran kommen. Zudem war es einfach ein Riesenspaß in die Gesichter der Passanten zu gucken, während man mit einem weißen Stirnband (Teamkennzeichen) mit dem Rücken zur Wand die Einkaufsarkaden entlang kroch. Gut, ich kann mir vorstellen, dass es einige Leute verstört hat, einen Mob zu sehen, der lauthals einen Fahnenträger verfolgte. ;)

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Ich seh doch vertrauenerweckend aus, oder?

Ich habe mir vorgenommen nächstes Mal wieder dabei zu sein, denn soviel Spaß hatte ich in der Stadt selten. Es wäre super, wenn noch mehr Leute vorbeikämen, um den Spaß zu steigern. Keine Sorge, man muss auch kein Superläufer sein. Infos gibt es hier und sonst einfach den letzten Samstag im Monat merken.

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Wir wurde auch für Radio Fritz interviewt und ich habe dank Sauerstoffmangel bestimmt noch mehr Sinnfreies gesagt als beim ersten Interview mit denen. ;)

Achso, und nach dem Spiel habe ich noch ne Stunde lang mein Auto gesucht. Man, diese Stadt ist ein Paradies für Orientierungswunder wie mich…

Hinweis an Mitläufer: Die verwackelten Kunstwerke Bilder könnt Ihr hier herunterladen: ctf_berlin_29_08_2009. Ich lasse sie noch zwei Wochen online. Bis zum nächsten Mal!

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Bunsere bneue Berliner Bärenbude

17. August 2009 von thomas

Wir sind da! Also in Berlin Charlottenburg. Alles ist wieder so neu und aufregend. Neue Stadt, neue Leute, neue Stimmung! Irgendwie gefällt es mir jedes halbe Jahr umzuziehen. Das ist die perfekte Zeit, um das Beste mitzunehmen und sowas wie Alltagstrott erst gar nicht aufkommen zu lassen.

Und die Stadt ist so groß. Wir kommen aus  dem 100.000 Einwohner Dorf Velbert. Auckland hatte zwar 1,5 Mio Einwohner aber auf einer riesigen Fläche verteilt, so dass es genau genommen eine riesige Vorstadt war. Berlin mit seinen über 3 Mio Bewohner wirkt dagegen riiiiesig!

Anders als in Auckland (hier und hier) gibt es diesmal kein Video, da ich es doch geschafft habe beide Kameras außer Gefecht zu setzen (womit ich auf 1 Kamera/ 6 Monate komme). Dafür gibt es eine tolle Bildbegehung:

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Was wir für die 5 Monate brauchen passte in eine Wagenladung. Aber ha! Kein Akt für jemanden, der schon mit 14 die Schule geschwänzt hat, um Tetris zu spielen.

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Der Eingang zum Haus

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Wir sind wirklich erstaunt, wie grün Berlin ist. Solche Innenhöfe sind wir aus dem Ruhrgebiet nicht gewohnt. Wahrscheinlich ein Unterschied ob eine Stadt auf Proletariat oder der Bourgeoisie fusste.

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3te Etage. Wir entscheiden uns spontan dafür in den nächsten Monaten auf Wasserkästen zu verzichten. Schmeckt aus dem Wasserhahn doch genauso gut (Suggestion, Suggestion). Vorteil gegenüber dem Ruhrgebiet: In Berlin kennt man keinen Treppenhaus- und Kellerputzdienst. Ich habe es immer gehasst. Vor allem weil immer eine ältere Nachbarin da war, die sich über die Putzqualität beschwerte.

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Sagt doch, dass wir Familie sind … neues von der Wohnungssuche in Berlin

5. August 2009 von thomas

So, wir sind zurück aus Berlin und platt von den Eindrücken. Weniger von der Stadt, die sich im Sonnenschein prächtig präsentiert hat, sondern von den potentiellen Vermietern. Wer sich langweilt, der sollte mal Wohnungen zur Zwischenmiete suchen. Diese Untermietgespräche sind viel aufregender als Gespräche mit normalen Vermietern.

Wir wurden gefragt, ob wir für die fünf Monate lang eine Katze pflegen und uns darauf einlassen gegebenenfalls nach dem vierten Monat raus zu müssen. Oder bekamen gesagt, dass die Mieterin all ihre Klamotten in den Schränken lässt und wir sie in Kartons packen dürfen. Ich will nicht die Unterwäsche fremder Leute falten.

Auch klasse war ein Wohnungsanbieter, der über seinen Vermieter ablästerte und mit den Worten “… der ist Rechtsanwalt, was soll man da auch erwarten” abschloss. Öhm, ok, ich sagte ihm nicht was ich beruflich mache.

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“Natürlich sind wir ein Teil der Familie, Herr Vermieter. Hier, unsere gemeinsamen Wurzeln gehen weit zurück.” (Bild unter CC-BY-SA, Grundlage CC-BY-SA von mamamusings)

Aber so richtig herzerwärmend war, dass man uns ständig in die Familie aufnehmen wollte. Es ist verboten Untermieter ohne Zustimmung des Vermieters aufzunehmen. Daher sollten wir sagen, dass wir Verwandte sind, die vorübergehend zu Besuch sind. Es wurde uns auch immer versichert, dass dies juristisch in Ordnung sei und der Vermieter nichts kann. In einem Fall bekamen wir die “Familienmitgliedschaft” angeboten, nachdem uns der Mieter stolz erzählte wie der Vermieter seit zwei Jahren erfolglos versucht ihn aus der Wohnung zu klagen. Super, der punkige Teil meiner Seele wollte schon immer als Hausbesetzer aus einem Haus rausgetragen werden. :)

Bei den Wohnungen kamen zwei in die engere Auswahl. Beide in Charlottenburg.

Eine vornehme 3-Zimmerwohnung mit großem FlatTV, Antiquitäten, Ledersofas und Kristallgläsern für 1050 Euro/mtl. Problem: Man kann sich da nicht einfach hinwerfen und Leben ohne Angst zu haben die Einrichtung zu beschädigen. Zu viel Luxus für Leute, die vor einem Jahr noch mit Flöhen in einer WG lebten.

Die zweite Wohnung hatte zwar nur zwei Zimmer, dafür aber einen einladend gemütlichen Charme vergangener Tage. Zudem kostete sie auch nur 550 Euro/mtl. Da haben wir zugesagt und warten nun auf den Mietvertrag. Ihr dürft uns wieder die Daumen drücken und einen Fotobericht gibt es, wenn alles glatt geht, ab dem 10 August.

Und großen Dank an Herrn Lohse, der uns eine Schlafmöglichkeit geboten hat … und selbst aus eigener Wohnung vor uns geflüchtet ist.

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Wohnung und Tipps für Berlin gesucht!

18. Juli 2009 von Katja

Wohnungssuche ist natürlich meine Sache. Nicht weil ich es so toll finde, sondern weil Thomas es so beschlossen hat. Wäre unklug ihm zu widersprechen, oder was meint ihr?

Berlin hatten wir uns ja ausgesucht. Warum wissen wir eigentlich auch nicht. Ich denke es liegt an unserem Mitbewohner (s.u.), er wünscht sich nämlich so sehr eine bärengerechte sowie bärenrepräsentative Bleibe. Aber es ist auch gut, dass wir viele Leute kennen die in Berlin leben, gelebt haben, leben wollen oder die Freunde haben auf die eines dieser drei Attribute zutrifft.

Unser Bär hätte so gerne eine bärengerechte Bleibe

Da wir aber 450 km weit wegwohnen und uns auch sehr hilflos fühlen angesichts dieser großen kiwilosen Stadt, bitten wir alle Leser und Leserinnen uns zu helfen. Schreibt uns was ihr denkt, gebt uns Tipps wo es sich gut leben lässt, wo wir aufpassen müssen, leitet diesen Beitrag bitte unbedingt an alle weiter die ggf. etwas dazu sagen können oder jemanden kennen die eine Wohnung vermieten wollen.

Was uns recht wichtig ist:

  • Dachgeschoss/oberste Etage mit DSL Verkabelung
  • um die 3 Zimmer, so 65-90 qm, bis 500 Euro kalt
  • Innenstadt sollte zu Fuß oder maximal 15 min mit dem Fahrrad zu erreichen sein
  • provisionsfrei, ohne Möbelübernahmezwang des Vormieters und mit normaler Kündigungsfrist

Was noch toll wäre:

  • vernünftige Bodenbeläge (kein Teppich)
  • Kleine Einbauküche/Kochecke und Dusche
  • halbwegs gepflegt und ruhig
  • nette Aussicht wobei es egal ist ob Hausdächer oder Bäume, ggf. Balkon/Dachterrasse
  • Meerblick, vorzugsweise Pazifik mit Palmen

Für alle die uns noch nicht kennen für die gibt’s hier mehr. Wenn ihr Fragen hat schreibt uns am besten eine Mail oder nutzt die Kommentarfunktion.

thomas_katja

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Hurra! Wir haben endlich (wieder) ein Auto!

14. Juli 2009 von thomas

Endlich wieder Unabhängigkeit. Endlich Freiheit. Endlich lässig durch die Gegend cruisen ;)

Und das mit unserem neuen, abgefahrenen, crazy-funky und groovy sowieso, Space-Wagon namens …

hmm… das hatten wird doch schon Mal …

History repeating. Nachdem unser toller Knight Rider in Silber im Rauch aufgegangen ist, versuchen wir es diesmal solider. D.h. Katja versucht es, denn diesmal war sie dran mit Autokauf. Ihre Wunschliste war zuerst ganz kurz:

  • Der Volvo C30, den dieser Vampir in Twilight fährt (anderes als sie habe ich den Film keine 100, sondern kein Mal gesehen und weiß nicht mal wie der heißt).
    YouTube Preview Image

Nachdem wir aber gesehen haben, dass durch die Heckklappe dieses Autos nichtmal ein Kühlschrank passt, haben sich die Prioritäten bisschen verlagert:

  • Es klein genug sein, um in der Stadt einen Parkplatz zu finden
  • Sollte zu Menschen zwischen 1,54, 1,83 und zu einem Kühlschrank passen.
  • Es sollte nicht zum Anzünden herausfordern
  • Es sollte günstig sein, falls es sich wieder selbst vernichtet.

Das mit dem günstig ist so ne Sache. In Neuseeland war es normal eine wertlose Gurke zu fahren und unser 2000 Euro teure Nissan war schon eine gute Mittelklasse. ;) In Deutschland empfindet man 8000 Euro als günstig. Seltsam.

Und hier ist Katja’s gutes Stück im Vergleich zum alten Model.  Anscheinend haben wir einen Hang zu silbernen Kombis:

Auto - Liegefläche (alt)

WIr haben versucht ein ähnliches Bild zu machen, aber hier in Norddeutschland gibt es nicht nur einen Mangel an Vulkankegeln auf die man drauf fahren und auf die Stadt gucken kann. Es gibt hier überhaupt einen großen Mangel an Hügeln!

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(neu)

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Auckland oder Berlin – Es ist entschieden und leider …

12. Juli 2009 von thomas

… werdet Ihr die Vollendung dieses in Neuseeland begonnenen Videos nicht mehr sehen. Es geht darin um ein mystisches Tier Neuseelands, den furchtbaren Wolllöwen!

Der Neuseeländische Wolllöwe from Thomas on Vimeo.

Nun zu unserer Entscheidung. Danke für Eure Stimmen, die … immer gleichauf lagen. ;) Dies spiegelt aber auch genau die Meinungen wider, die wir von allen Seiten bekamen (Abgesehen von den Stimmen pro München, Hamburg, Münster und Wuppertal). Insgesamt lagen die Vorschläge bei 50/50. Genauso wie wir ;) . Aber irgendwann muss man sich entscheiden und daher Berlin. Weil neu, weil … steht ja alles hier.

Die Tage werden wir dann hier unser Wohnungshilfegesuch posten. Vielleicht kennt Ihr ja ein schönes Plätzchen in Berlin.  Bis dahin werden wir uns audenken zusammenstellen was uns zu perfekten Mietern für Bärenhausen macht.

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Auckland oder Berlin?

30. Juni 2009 von thomas

Kennt Ihr den Film “Start Trek VII: Generations“?

Dort versuchte der Bösewicht ohne jegliche Rücksicht in denNexus zu gelangen, ein Raum-Zeit-Phänomen in dem man entrückt von der wirklichen Welt in einer Traumwelt leben kann.

Zurück aus dem Nexus

Rückblickend war das Jahr in Neuseeland für uns ein Jahr in einem solchen Nexus. Wir lebten in einer anderen Zeitzone fern ab der übrigen Welt. Das tägliche Leben, die Sorgen, die Informationsflut belästigten uns kaum. Statt sich Gedanken über Politik, Wirtschaft oder Arbeit zu machen fragte ich mich mittags welche Sorte Muffin ich abends am Strand essen will.  Oder zerbrach mir den Kopf darüber ob gerade die Flut den Strand besetzt hat und ich erst eine Stunde später schwimmen gehe.

blog09_wasser
Sich treiben lassen im Nexus

Jetzt, zurück in Deutschland, ist das Leben hektischer geworden. Wir haben wieder das Gefühl in sozialen-wirtschaftlichen-politischen-oder-sonstwelchen-Spinnennetzen zu stecken. Ständig prasseln Informationen auf einen an, die Leute können erreichen und die angesammelte Entspannung  trägt sich ab. Und wir wünschen uns ganz oft zurück.

Zurück in den Nexus?

Ist Deutschland damit schlechter als Neuseeland? Weniger lebenswert?

Wenn wir das wüssten, dann hätten wir ein Problem weniger. Nämlich die Entscheidung, ob ich eine Doktorstelle in Auckland annehme und dort in den nächsten 4 Jahren einen “Doctor of Philosophy” im Recht mache.

Hört sich zunächst super an und solange wir noch in Neuseeland waren, kam nichts anderes in Frage. Aber jetzt in Deutschland haben wir auch die Vorteile Deutschlands kennen gelernt:

  • Freunde und Familie, die wir immer besuchen können (und bei vielen es langsam tun sollten)
  • Bessere Internetverbindung. Viel bessere.
  • Die Gespräche mit Leuten sind tiefer und weniger oberflächlich.
  • Es gibt noch Länder neben an, die man ohne Schiff/Flugzeug erreichen kann.
  • Die Vielfalt der Kultur (viel mehr Metal&Punk-Konzerte ;) )
  • Zentralheizungen und isolierte Häuser
  • Der Durchschnittsverdienst ist doppelt so hoch.

blog09_lan
In Deutschland viel, viel entwickelter- Computerspiel- und LAN-Kultur

Seltsam, ich hätte es nie gedacht, aber ich finde Deutschland jetzt viel besser als vor anderthalb Jahren. Nachteile gibt es in Deutschland aber auch viele:

  • Hektischeres, unentspanntes Leben
  • Ein kaum durchschaubares Versicherungsnetz
  • Wetter, es ist Sommer und es regnet dauernd. Naja, so fühlt es sich wenigstens wie der Kiwiwinter an.
  • Licht, liegt Deutschland unter einem Graufilter?
  • Bleiche Gesichter und mürrische Blicke überall.

Dann kommen wir mal zu Auckland, was sind dort die Vorteile? (Ich spreche von Auckland, weil andere Ecken in Neuseeland, wie Wellington oder die Südinsel für uns nicht in Frage kommen.  Zu windig, zu kalt oder zu fern ab.)

  • 9 Monate Sommer
  • Licht, viel Licht. Dieses Licht ist wie eine Droge, eine Ladung Energie, die man jeden Tag indiziert bekommt. Schon beim Aufstehen fühlt man sich besser, wenn alles (auch im Winter) hell und grün ist. Genau genommen machen das Licht und das Wetter 90% aller Argumente nach NZ zu gehen aus.
  • Meer, blauer Pazifik  mit Möwen, Haien und Vulkaninseln. Nein, Hamburg ist kein Ersatz. Hamburg ist kalt.
  • Bewegung. In Neuseeland lebt man mehr draußen. Deutschland ist eher ein Land für Drinnies. Ich glaube dort täglich 10x soviel wie in Deutschland draußen gewesen zu sein.
  • Das Fernsehprogramm ist besser, kreativer und internationaler.
  • Die meisten Menschen lächeln!

Schön wäre es ohne, aber auch Auckland hat Nachteile:

  • Die Wohnungen sind teuer (Wie in einer deutschen Großstadt), der Verdienst dagegen halb so hoch wie in Deutschland.
  • Die Wohnungen sind im Schnitt qualitativ viel schlechter.
  • Behörden und auch die Uni nerven, weil man hinter allem her laufen muss.
  • Flöhe.
  • Viel mehr Oberflächlichkeit unter den Menschen.
  • Wir müssten dort arbeiten und bei Urlaubszeiten von 14-20 Tagen würden wir von Neuseeland und vor allem dem Rest der Welt nicht viel sehen.
  • 1 Jahr ist eine überschaubare Zeit, in der man mit einem Urlaubsgefühl leben kann. Aber in 4 Jahre kann sich alles wieder schnell in täglichen Trott wandeln.
  • Das letzte Jahr war wundervoll, toll, großartig, perfekt. Irgendwie haben wir Angst diesem Glanzstück an Lebenszeit Kratzer zu verpassen oder gar versuchen es zu kopieren.

blog09_wasnunTja, und jetzt?

Die bärige Alternative

Tja, seit Wochen wiegen wir diese Argumente hin und her, sind mal pro Kiwi, dann wieder pro Deutschland un umgekehrt. Wir müssen aber unseren Nomadentrieb befriedigen. Und daher kamen wir auf folgende Idee:

Wir könnten nach Berlin ziehen. Es wäre auch was anderes, eine richtige Großstadt mit neuen Erfahrungen, neuen Menschen und Eindrücken. Dort gibt es auch genug Kinos mit Filmen in Originalsprache. Dafür würden wir uns im Winter 3 Monate Urlaub nehmen, um hier nicht im Winter zu hocken. Statt dessen könnten wir in dieser Zeit mehr von der Welt sehen, als wir es in Neuseeland täten. Und das ganze, zumindest geistig, auf 2 Jahre beschränken. Denn was wir nicht mögen ist das Gefühl irgendwo auf Dauer festzusitzen.

Und Katja hat schon konkrete Reisepläne:

blog09_katja

Und was hält Ihr davon?

Sollen wir zurück nach Neuseeland?
Ergebnisse
P.S.  Schön Euch hier wieder zu sehen!

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So fühlt man sich als Heimkehrer nach einem Jahr Neuseeland

23. September 2008 von thomas

Heute gibt es einen Gastbeitrag von Seb, der mir mit seinem Downwärts-Blog Neuseeland schmackhaft gemacht hat und nun aus Spreehausen schreibt. Ich bat ihn um den Bericht weil… weil ich auch vor diesem Punkt stehen werde und mich grade im Sonnenschein frage, ob man sich überhaupt wieder einleben kann. Danke Seb, Dein Bericht macht mir den Gedanken nicht angenehmer.

Seb aus Spreehausen

Tja, wie fühlt man sich so als Heimkehrer nach einem Jahr NZ? Klar ist doch, dass das hauptsächlich von der eigenen Persönlichkeit abhängt.

Allgemein lässt sich zumindest sagen, dass der erste Moment des Heimkommens natürlich toll ist. Man freut sich die daheim gebliebenen Figuren wieder zu sehen und neben deutschem Bier und Brot ist es natürlich eine feine Sache, in den Sommer nach Hause zu kommen. Auch früher nervige Behördengänge sind zwar immer noch etwas nervig, aber man sieht manches mit anderen Augen. Flux ist man wieder krankenversichert. Nicht selbstverständlich. Nach einem Jahr erkennt man also, dass zu Hause nicht alles Kacke ist, bzw, dass es woanders auch Probleme gibt. Das Paradies gibt es nicht.

Viel hängt auch von den Erwartungen ab, die man an seine Heimkehr knüpft. Weiß man zB genau, wie es weiter geht, ist das natürlich was anderes, als wenn man erst mal rumhängt und die Lage peilt. Vor dem Weggang haben einige gesagt, dass man sich bestimmt verändert im Ausland. Ist ja auch verständlich, neue Umgebung, neue Leute, etc. Bei mir selber habe ich dennoch nicht viel Veränderung bemerkt. Mir fällt aber auf, dass ich in NZ viel mehr unternommen habe. Auch im Uni-„Alltag“ war sehr viel mehr los, als ich es vorher gewohnt war. Das hat sich natürlich irgendwie festgesetzt und wenn hier nun weniger los ist, dann ist das für mich doch schon gewöhnungsbedürftig.

Aber selbst wenn man sich

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“Live” in Auckland für Blog Oz

11. August 2008 von thomas

Manniac von Blogoff hat hier wieder eines seiner professionellen Videos aus Australien veröffentlicht, die seine Arbeit als (unterhaltsamen Stuss redender) Reisereporter voraussagen. Ich durfte aus Auckland vom Skytower berichten und bin stolz zwischen Medienprofis und perfekter Ausleuchtung den Amateurtouch reinzubringen. ;)

Bericht bei Blog Off uhm Oz

Ihr solltet auf jeden Fall noch seine anderen Videos genießen und abonnieren: Bei Sevenload oder bei Youtube. Er hat auch Wombats gefilmt!

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Radiointerview in “Trackback” auf Radio Fritz

20. Juli 2008 von thomas

Trackback

Ich bin heute im Interview im Berliner Radiosender Fritz. Die Sendung heißt Trackback und dreht sich um die Blogosphäre. Bin bisschen stolz, da ich sie schon seit der ersten Folge höre. Natürlich habe ich mir vorgenommen ernsthaft zu klingen und wichtige Dinge zu sagen. Das wurde durch Kiwifreunde zu nichte gemacht, die um mich herum saßen und sich gut amüsierten. Und was war das Wichtigste, wonach man mich fragte? Neuseeland? Meine juristischen Artikel? Nein, es war … aber hört ab 18 Uhr live selbst. ;) Oder danach im Podcast zur Sendung (ab min 34).

Und hier sind die Links zur Sendung:

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Der Dude ist weg

5. Juni 2008 von thomas

Er hat mich mit seinem Blog (sag da wer Blogs haben keine Wirkung) dazu animiert in Auckland zu studieren und nun ist er weg. Eine der seltsamsten aber doch angenehmsten Gestalten, die ich durch die Straßen Aucklands schleichen sah, ist nun nach Kambodscha gefahren. Diesen Entschluss fasste er wohl nachdem wir Rambo 4 gesehen haben. So ist er halt, der Dude.

Wirklich schade, kein Kiwicontent auf Downwärts mehr. Anderseits… die Konkurrenz ist weg! Alles meins! Harhar ;) Anderanderseits keiner mehr, der Content liefert, den ich verweisend zu eigenen Beiträgen verarbeiten kann :( . Wie z.B. die Liste von Gründen, die Auckland liebenswert machen.

P.S. Natürlich ist der Artikel nicht aus Sympathie entstanden, sondern weil ich seinen überschüssigen Haushalt geerbt habe und Katja nun unter 3 Decken schlafen kann.

P.P.S. Ich mach keine Scherze. Der Dude sieht wirklich immer so aus:


(c) Downwärts

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