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In Tonga gehen die Uhren … manchmal

29. August 2008 von thomas

Wir müssen zugeben, dass für uns die Tonganische Entspannung doch übers Ziel hinaus schießt. Ok, locker und „laid back“ wie in Neuseeland ist eine willkommene Entspannung zum Stress in Deutschland. Da hat man auch nichts gegen im Supermarkt mal länger an der Kasse zu warten und entschuldigt die eine oder andere Busverspätung. Aber in Tonga muss man damit rechnen, dass der Bus gar nicht kommt … oder vielleicht.

Warten auf den Bus in Tonga

Kurz bevor wir feststellten, dass das keine Bushaltestelle ist, weil es keine gibt und eh alle Busse voll waren.

Eigentlich ist „Vielleicht“ sogar Tongas Motto. Ein Beispiel:

Wir wollten für 3 Tage auf die Nebeninsel Eua (Wir sind auf Tongatapu). Also checken wir aus dem Hotel aus und nehmen eine einstündige Reise zum Fährterminal auf uns, um dort fröhlich von zwei sehr piratenmässig aussehenden Tonganern begrüßt zu werden, die grad die Gangway (eine ebenso rostige Stahlplatte) zu Boden fallen liessen. „Wir fahren heute nicht.“ Na gut, laut Broschüren im Touristencenter gibt es noch eine andere Fähre. Vielleicht geht die ja. Öhm, nein. Wir müssen hören, dass sie den Fährbetrieb vor Jahren eingestellt hat.

Tonga Ferry Terminal

Gutgut, es gibt ja noch Flugzeuge zwischen den Inseln! Aber welch ein Zufall, Air Tonga verliert am Tag zuvor Ihre Lizenz und hört auch gleich auf zu existieren. Das führt zum einen dazu dass die verbliebene Fluglinie

  1. Ihre Preise erhöhen kann (Tarife sind eh nach ausgelastet/nicht ausgelastet gestaffelt)
  2. eh nun alles ausgebucht ist. Schön für die Zimmervermieter auf Eua, die den dort gestrandeten Touristen die Zimmer nun zu höheren Preisen vermieten können.

Wir sind nicht die einzigen. Auf die Frage wann die Fähre zur Nordinsel Ha’apai ablegt hört eine Bekannte, dass dies Mittwoch sei. Sie solle aber Dienstag anrufen, man wäre sich da noch unsicher. Weiter im Norden verpassen alle Touristen die Air Tonga gebucht haben ihre internationalen Anschlussflüge. Ein Deutscher sitzt mit langem Gesicht und berichtet, dass er auf den Bus vom Strand 4 Stunden warten musste. Er und eine Japanerin wurden dafür von netten Tonganern nach Hause eingeladen. Jedoch ist in beiden Fällen niemand erschienen.

Aber ich will nicht alles schwarz malen. Tonga hat auch gute Seiten von denen noch zu berichten ist. Wie z.B. die fast permanent lächelnden Bewohner des Inselstaates.

Tonga Heilala Honeymoon Lodge
Honeymoon Lodge – Nun denken alle, dass wir auf Hochzeitsreise sind :)

Wir haben letztendlich das Glück, dass in unserer Herberge ein Zimmer übrig ist. Bzw. mehrere. Denn übrig ist nur noch die Luxus Honeymoon-Fale (Hütte), die wir vom Besitzer der Heilala-lodge unter vergünstigten Bedingungen überlassen bekommen – “Für gestrandete”. Schlafzimmer, Wohnzimmer und großes Bad versprühen einen Hauch alter Zeit als Tonga noch auf deutscher Kolonienliste stand. In mir taucht sofort die Lust auf, ein paar Bedienstete mit albernen Wünschen zu beschäftigen, um das Kolonialherrengefühl zu erleben. Das ist dann aber doch zu weit hergeholt und auch die Lust auf Tigerjagd zu gehen wird mangels selbiger ebenfalls nicht erfüllt. Na dann, genießen wir statt des Wanderns durch den Busch mal das süße Nichtstun und machen klischeehafte Strandfotos mit denen wir Euch bald terrorisieren werden. ;)

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11 Responses to “In Tonga gehen die Uhren … manchmal”

  1. Denis Says:

    Es tut mir leid, daß ich recht hatte. Air Tonga hat nicht nur kein Benzin, sondern nun auch keine Lizenz; oje. Tonga sollte man nur besuchen, wenn man nichts gebucht hat und keine Verpflichtungen zu erfüllen hat….
    Aber zum faulenzen ist Tonga das Schlaraffenland. Ok, mit reduzerter Erwartungshaltung…
    Viel Spaß bei der Hochzeitsnacht! :-)

  2. zoni Says:

    täuscht das bild oder ist das honeymoon bett nicht grad breit?
    oder pennen die tongalesen im stehen?

    scheint sich eher um die divorce-fale zu handeln: “der alte pennt auffer couch!”

  3. thomas Says:

    @Dennis: Und vor allem für alle, die jeden Tag eine neue Überraschung erleben wollen. Denn das muss man Tonga lassen, wenn man versucht etwas zu unternehmen, wird man mit vielen neuen Erfahrungen versorgt. ;)

    @Zoni: Das ist nur die Entspannungsliege im Wohnzimmer. Das Honeymoonbett steht im Schlafzimmer (Mit Kinderkrippe daneben). Wober Deine Version passte. In meinem Fall hieß es, wer bis 3 Uhr nachts Family Guy guckt, muss drauf. ;)

  4. Seb Says:

    1.) What the heck is denn alles in dem Rucksack?! Was brauch man denn noch neben den Sachen am Körper ausser Badehose und Handtuch?

    2.) Gibt es da keine Fales?

  5. Basti Says:

    Das klingt als wenn Tonga genau der richtige Ort zum stranden ist, vielleicht genau der richtige Ort um dem Alltag zu entfliehen, vielleicht der richtige Ort um sich zu entspannen, vielleich der richtige Ort um ein Leben zu verbringen, vielleicht der Richtige Ort…
    Vielleicht!
    Vielleicht der richtige Ort für eine Hochzeitsreise?!
    Vielleicht!
    hach, vielleicht habt ihr es ja dort richtig gut!

  6. katja Says:

    @seb: da sind noch mein Handtuch, die vin Dir geerbte Sonnencreme und Badesachen drin. und ein Schlafsack weil ich gerne friere, nachts. Warum gilt wenig Klamotten beihaben immer als so cool ?

    @basti: es ist schön hier. Aber jeder der von Samoa berichtet sagt es wäre dort wesentlich besser. Hier ist es doch eher abenteuerlich. Aber: ich habe eine Kokosnuss geschnekt bekommen und einen dicken WAL gesehen.

  7. Seb Says:

    Ohhh… ich meinte das nicht Coolnessbezogen. Denn selbst wenn viel Gepäck uncool wäre, dann ist es schon wieder cool alles den Freund tragen zu lassen. ;)
    Fand einfach nur, dass es viel aussieht für 30° und Strand.

  8. zoni Says:

    Aber: ich habe eine Kokosnuss geschenkt bekommen und einen dicken WAL gesehen.
    is blasphemon doch schon früher vorbei gekommen? ;)

  9. Manniac Says:

    Hah! Ob Ihr mit meinen tollen STRANDBILDERN von BROOME konkurrieren können werdet, dass werden wir ja sehen.

  10. katja Says:

    @Zoni: Nein, obwohl Blasphemon sicherlich gerne Dinge an mich verschenkt, es war ein Tonganer. Von der Kokosnuss habe ich übrigens etwas Magenprobleme bekommen.
    @Seb: Oh dann ist ja gut. Es waren im Schnitt 20-25°. Aber Auckland überrascht mich heute mit..Frühlingswetter.

  11. Kiwispotting - Neuseeland-Blog von Thomas Schwenke & Katja Karp » Blog Archive » Ob this Mr Hitler noch immer an der Macht wäre… Says:

    [...] Wort heißt “Mahalo pei a pongi pongi” – “morgen vielleicht”. Wie wir es an der Fähre hörten. Kann ja auch alles am Kava [...]

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