Der Cannabus nach Dunsterdam – Cannabis in Neuseeland
29. Oktober 2008 von ThomasDa waren wir doch erstaunt mitten auf der Queen Street, der Hauptstraße im Zentrum Aucklands, einen grün-gelb bemalten Bus zu sehen aus dem süßlicher Geruch stieg. Es war der Cannabus mit dem die National Organisation for the Reform of Marijuana Laws in New Zealand (NORML) vor Ort Protest gegen Neuseelands Cannabispolitik übt.
Das fand ich rechtlich sehr interessant, denn Cannabis ist hier zu Lande verboten. Daher beschloss ich der Sache bisschen nachzugehen und vielleicht der Aufklärung der Neuseelandbesucher dienen, die angesichts des tatsächlichen Umgangs mit Cannabis falsche Vorstellungen von der Gesetzeslage haben könnten.

Faktisch werden Cannabispflanzen quer über das Land angebaut und befriedigen den nationalen Bedarf der Kiwis, von denen die Hälfte diese Droge schon mal konsumiert hat. (Link zur Studie als pdf)
Dabei ist das Gesetz eindeutig. Besitz von Cannabis ist untersagt. Es gibt auch keine Einstellungsvorgaben für die Staatsanwaltschaften bei geringen Mengen, wie es sie in Deutschland gibt. Vielerorts wird ein Auge zugedrückt und unauffälliger Konsum wird anscheinend toleriert. Die dadurch entstehenden Grauzonen und Willkür wollen die Grünen Neuseelands “The Green Party” mit einem Gesetz nach australischem Vorbild ändern. Wer dort mit geringen Mengen (15 Gramm bis 30 Gramm) erwischt wird, der wird mit einer Sofortstrafe ähnlich einem Parkticket bestraft (Cannabis Infringement Notice) und muss zu einer Aufklärungssession gehen. Dafür werden weder die Staatsanwaltschaft noch das Gericht involviert und die Delinquenten werden nicht kriminalisiert.
Ob das nun klappt ist nicht abzusehen, weil die Grünen diese Änderung schon seit einer Legislaturperiode angehen und mit wahrscheinlichen 5% im Parlament wohl auch in der nächsten kein großes Mitspracherecht haben werden. Anderseits schwappen viele Gesetzesänderungen aus Australien oft nach Neuseeland rüber. Wahrscheinlicher als die Legalisierungsbemühungen der Aotearoa Legalise Cannabis Party (ALCP) ist es allemal.

Cannabus – Direktlink
Der Cannabus wird eingesetzt, um für die Gesetzesänderungsbegehren zu werben und tourt mit Aufklärung und öffentlichem Protestrauchen durch Neuseeland. Von Auckland bis nach Dunsterdam -gemeint ist die Studentenstadt Dunedin im Süden Neuseelands. Es war schon erstaunlich zu sehen, dass am Eingang relativ offen Joints verkauft wurden. Auf meine Anfrage am Informationsstand, meinten die Betreiber, dass die Polizei sie meistens in Ruhe lässt. In manchen Städten mehr, in anderen weniger. In Auckland war es wohl weniger, weil während wir noch da standen ein paar Polizisten aufgetaucht sind, Personalien der Organisatoren aufnahmen und wohl wie ich ein paar hübsche Bilder machen wollten.

Tags: alcp, Aotearoa Legalise Cannabis Party, Auckland, Cannabis, Cannabus, drogen, duneeden, dunsterdam, greens, grüne, legalisierung, National Organisation for the Reform of Marijuana Laws in New Zealand, neuseeland, NORML
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Oktober 29th, 2008 at 04:47
Jedenfalls ein interessanteres Bus-Projekt als der dort diskutierte “Rudelbums im Reisebus”:
http://www.jurabilis.de/index.php?/archives/2201-Tiefer-geht-es-immer.html ,
ein trivialer Sexstreit
http://mediationsolutions.wordpress.com/2008/10/27/sex-streit-unter-juristen/
unter Juristen, obgleich die Position von AH hier sehr nachvollziehbar ist.
Oktober 29th, 2008 at 09:01
Oktober 29th, 2008 at 09:01
Ich wollte das mal für sich allein stehen lassen.
Oktober 29th, 2008 at 10:28
Hey, wird hier zensiert, mein sachlicher Kommentar zum Rudelbums im Reisebus fehlt?
Oktober 29th, 2008 at 14:40
@seb: Ja rechtlich. Sonst hätte der Beitrag “Mein Aufstieg zum (Polizei)Fotomodel geheissen”
@Benno/Jim: das macht der Spamfilter automatisch ab zwei Links im Kommentar. Und zu der Rudelbumsgeschichte juckt es mich auch was bei Advisign zu schreiben. Man könnte auch einen interessanten Fall für das 2te Staatsexamen daraus machen.
Oktober 29th, 2008 at 17:34
Ich Angsthase hab mich nicht getraut den Bus von innen zu erkunden. Im Endeffekt war das ja eine gute Entscheidung. Die Polizisten sowie die Stimmung wirkten dann doch sehr..angespannt.
Oktober 29th, 2008 at 20:38
Ein weiterer Bericht von Euch zum Rudelbums-Diskurs könnte sicher sehr unterhaltsam werden, an dem Thema haben sich ja schon viele jurablogs beteiligt, wusste garnicht, dass Ihr auch Advisign macht, mal reinschauen.
Oktober 29th, 2008 at 20:41
Nach Verlassen der Nebelschwaden in dem Bus hätte Katja sicher zu Hause entspannt von höchst eigenen Wahrnehmungen berichten können.
November 4th, 2008 at 04:21
rudelbumsbus und zweites staat-sex-amen scheint mir eine hervorragende mischung zu sein!
protestrauchen sollten sie hierzulande auch mal einführen. bisher demonstriere ich nämlich eher im kleinen kreis bei mir zu hause
November 5th, 2008 at 11:13
Hast Du Dich beim Busbesuch filmen lassen?
In manchen Ländern Asien wird man ja zuerst gefilmt und dann später in einem Geheimmaneuver entführt und für Jahre in ein Umerziehungslager gesteckt.
In Singapur ist es weniger kompliziert, da gibt’s dann gleich die Todesstrafe.
November 9th, 2008 at 03:41
[...] … oder der Cannoil-Onkel, den ich am witzigsten fand. Ob damit der Canna-Bus angetrieben wird? [...]